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Reduce, reuse, recycle – Die drei ??? um die 3 R‘s

Reduce, reuse, recycle, das wollen alle. Es ist kompliziert, aber auch großartig, wenn man es schafft, „both of best worlds“, Ökologie und Ökonomie in der Abfallwirtschaft zu vereinen. Die drei magischen „R“ bedeuten für viele die vollendete Abfallvermeidung. Aber dorthin ist es ein langer, ökologisch sensibler Weg. Deshalb arbeiten wir bereits fleißig an materialsparenden & recycelbaren Flüssigkeitsverpackungen, die das Gepäck entscheidend leichter machen.

Erstellt am25.07.2023

Situation: Umwelt in Theorie und Praxis – oft eine Frage der Begriffe

„Reduce, Reuse, Recycle“ – komm‘, das schreiben wir uns auch auf die Fahne!‘ Aber stimmt das, selbst wenn man mit seinen Verpackungen bereits in der Kreislaufwirtschaft wirbelt? Kann man diesen Anspruch halten? Alles eine Frage der Definition.

Achtung, blamieren oder kassieren: Was heißt „Reduce/Re-Use/Recycle?‘ Richtig: Reduzieren, Wiederverwenden und Wiederverwerten – die Kernbegriffe moderner Abfallwirtschaft! Toll, und was bedeutet das? In drei Minuten? Na?! Okay. Nimm‘ dir zehn Minuten Lesezeit, und du bist auf dem besten Weg, deine Produkte nicht nur umweltschonend zu vermarkten, sondern auch gut zu argumentieren.

Zunächst: Die Abfallhierarchie

Gerade beim haarfeinen Thema Nachhaltigkeit ist in der Abfallwirtschaft die korrekte Terminologie Voraussetzung für eine gute Argumentation. Was man dazu im Internet oder sogar mancher seriösen Tageszeitung liest, klingt, nett gesagt, oft etwas pauschal. Das ist gefährlich. Und schließlich hat Vater Staat in Gestalt der „Abfallhierarchie“ auch etwas dazu beigetragen, woran man sich orientieren kann. Abfallwirtschaft bedeutet: Im Kern sollen Abfälle vermieden oder möglichst effizient in die Kreislaufwirtschaft integriert werden. Entsprechend der Mittel und Wege entsteht eine Prioritätenfolge, eben Abfallhierarchie genannt. Als „Abfallpyramide“ soll sie illustrieren, dass die Praxis des Recycling möglichst in die Breite gehen soll, gefolgt von der Vorbereitung zur Wiederverwendung (gerne mit „Reuse“ gleichgesetzt) und der gänzlichen Vermeidung jeglicher Abfälle. Diese Abfallhierarchie entspringt dem deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), das die Rangfolge „für Maßnahmen der Vermeidung von Abfällen sowie der Vorbereitung zur Wiederverwendung, des Recyclings, der sonstigen (insbesondere energetischen) Verwertung und der Beseitigung von Abfällen“ festlegt:

Als Kernelement verankert das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) in Paragraph 6 die fünfstufige Abfallhierarchie (früher dreistufig). Danach gilt grundsätzlich folgende Rangfolge der Abfallwirtschaft:

  • Vermeidung

  • Vorbereitung zur Wiederverwendung

  • Recycling

  • sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung

  • Beseitigung

Bei der Wortkombination „Beseitigung“ und „entledigen“ denkt man entweder an Müll oder an Mafiafilme. Da ist es ein gutes Zeichen, dass „Beseitigung“ (manchmal auch „Entledigung“) die kleinste, letzte Spitze der umgekehrten Abfallpyramide ist (die dasselbe meint und nur die grafische Umsetzung der Abfallhierarchie darstellt).

Energetische Verwertung“ meint dabei Verbrennen oder andere Co2-lastige Verfahren, und bei Beseitigung bleibt Müll auf der Deponie liegen. Mit anderen Worten, die letzten zwei Punkte sind im Kreislaufwirtschaftsgesetz als „wenn wirklich nötig“ verankert und sollten in der Abfallwirtschaft möglichst vermieden werden. Bleiben die drei oberen Elemente der Kreislaufwirtschaft, die mit „Reduce, Reuse, Recycling“ nahezu deckungsgleich sind. Aber Obacht beim Formulieren: Auch das Produktkonzept eines Standbodenbeutel mit Ausgießer, an dem wir gerade arbeiten, als unsere erste Recycling-Flüssigverpackung entspricht nicht dem Top-Argument „Reuse“ – es kommt fast besser. Aber beginnen wir von vorne.

Definition: Was bedeutet Reduce/Reuse/Recycle, und wieso auf einmal fünf R ?

Beginnen wir mal philosophisch: Wir alle, jeder von uns, hinterlässt durch unsere Geburt einen gigantischen Fußabdruck auf diesem Planeten, ob man will oder nicht – und da redet jede Statistik von „Tonnen pro Jahr“. Aber mit dem ersten „räbahh!“, das nach Nahrung in Form von Glas oder Quetschie verlangt, beginnt unser Lebensweg mit Umwelt belastendem Gepäck, auch in Gestalt von Verpackungen aller Art. Vermeidbar? Das fragen sich mittlerweile Millionen Menschen, die im Supermarkt verärgert den Plastiküberzug von Obst und Gemüse schon direkt hinter der Kasse entsorgen.

Die fünf R: Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot

Klar. Wir alle kennen jemand wie den Öko-Künstler, der statt eines Kühlschranks seine Frischware in einem Erdloch hortet. Da sprechen wir von „Zero Waste“, mit dem ihre Pionierin Béa Johnson vermutlich den Rekord hält. Die französische Bloggerin kommt mit etwa einem Liter Haushaltsabfall von der ganzen Familie (pro Jahr!!!) aus.Sie erreicht dieses Ziel durch das Einhalten der R’s der Zero-Waste-Bewegung: Vor reduce/reuse/recycle steht „refuse“ (verweigern/verzichten) und hinten „rot“ (verrotten lassen, kompostieren). Zum „Refusen“ nimmt man schon möglichst keinen zukünftigen Abfall mit nach Hause - indem man etwa bei „Unverpackt“-Läden kauft, direkt beim Landwirt einholt oder nötigenfalls die Verpackung gleich im Supermarkt lässt. Das „Rotten“ wird durch Kompostieren erzielt. Dort werden natürliche oder naturnahe Abfälle quasi direkt wieder in die Natur eingespeist, ohne sie zu beeinträchtigen.

Die fünf R’s sind somit:

  1. Refuse – Vermeidung

  2. Reduce – Reduzierung

  3. Reuse – Wiederverwendung

  4. Recycle – Wiederverwertung

  5. Rot - Kompostierung


Zero Waste ist großartig. Wenn man auf so gut wie Alles verzichten kann.

„Refuse“ bedeutet vor allem, sich allem zu widersetzen, was man ohnehin später wegwirft, von Werbematerial im Briefkasten bis zu besagten Verpackungen im Supermarkt. Zero Waste-Befürworter meinen es gut, vergessen aber gerne, dass es zwar schön ist, wenn frisches Gemüse den direkten Weg von der Scholle auf den Wochenmarkt in einer Holzkiste findet; aber viele Produkte (deine zum Beispiel!) haben eine Verpackung und einen Sinn. Sie schützen zum Beispiel ihren Inhalt vor äußeren Einflüssen oder sorgen für ein längeres Haltbarkeitsdatum. Oder weil es ihren Inhalt sonst kaum zu kaufen wäre, wie zum Beispiel Flüssiges. Deshalb stößt das Konzept „Unverpackt“ schnell an seine Grenzen.

Ähnlich verhält es sich bei „Rotting“, dem Kompostieren von Abfall. Das ist für alle Naturprodukte wunderbar. Kennzeichnungen auf Verpackungen wie „biologisch abbau-/kompostierbar“ gelten vielleicht gerade noch für den Inhalt - aber für die Verpackung? Kunststoff auf dem Kompost? Eher nicht. Okay, Béa Johnson nutzt ja gar nicht erst Verpackungen. Aber die fünf R’s füllen vermutlich ihre private Lebensführung aus. Wie man merkt, sind „Refuse“ und „Rot“, die beiden „R“ am Anfang und Ende von Zero Waste, in einem Kontext mit Abfallwirtschaft kaum zu realisieren. Verpackungen erfüllen jedoch bei vielen Produkten schon wegen ihrer Schutzfunktion einen wichtigen Zweck (und manche sind in der Zukunft sogar industriell kompostierbar). Für alle, die Produkte in den Markt bringen und trotzdem Abfälle vermeiden wollen, kommt man aber auch mit „Reduce, Reuse, Recycle“ sehr weit.

Reduce – Abbauen

Reduzieren ist ökonomisch das A und O, auch bei Abfällen. Und das beginnt bei „Weniger ist Mehr“: weniger Material, weniger Umweltbelastung. Ein Beispiel aus dem Konsumbereich ist die Vermeidung von „Fast Fashion“. Ganz nach dem Motto „lieber einmal Armani als dutzende Male Primark“. Auch der aktuelle „Repair“-Trend passt dazu.

Zu „Reduce“ kam uns der nachhaltige Standbodenbeutel mit Ausgießer in den Sinn, als kleiner Quetschie zum direkten Konsumieren oder als große Refill-Verpackung: passt schon mal von seiner Natur her. Denn jeder Quetschbeutel mehr ist ein alternativer, neu zu produzierender Plastik- oder Glascontainer weniger, der als solcher viele Ressourcen verbraucht aber aufgrund seiner verschiedenen Materialschichten meistens nicht recycelt werden kann.

Reuse - Wiederverwenden

„Reuse“ ist ein gerne genommenes Nachhaltigkeitsargument – wenn es denn immer passen würde. Ausgelesene Bücher, okay – wer wirft die schon weg? Von der vollgekritzelten Abi- bis zur zerfressenen Urlaubslektüre genießen sie ein scheinbar ewiges Leben oder werden im sozialen Kreislauf weitergereicht. Genau so kann man Klamotten, Autos, Handys abgeben, bevor man sie verschrottet oder wegwirft, und andere reparieren, schlachten aus, nutzen sie gebraucht oder führen ihnen einen neuen Nutzen zu.

Ein Quetschbeutel ist keine direkte Reuse-Verpackung. Für Flüssigkeiten in den Größen L und XL sind sie aber die perfekten Refill-Verpackung. Sie befüllen verbleibende Behälter nach - großartig! In der Kombi mit „Reduce“ kommt man der Sache also recht nahe. Von „Reuse“ zu sprechen, würde aber bedeuten, dass die Beutel selbst immer neu befüllt würden. Das ist aus hygienischen und technischen Gründen bei uns nicht der Fall. Aber statt auf dem Müll zu landen, kann aus unseren kommenden Quetschbeuteln wieder etwas Neues gemacht werden. Und da sprechen wir von:

Recycle – Wiederverwerten

Recycling ist die Krönungsdisziplin der Abfallwirtschaft – gerade nicht, weil in diesem Prozess so toll entsorgt werden kann, sondern im Gegenteil: weil sie der Verwertung erhalten bleibt! Unsere Quetschbeutel, groß (Refill) und klein (Konsum) bestehen aus Monokunststoff und gehören nach der Verwendung in die gelbe Tonne – sie können vollständig recycelt werden, sodass ihre Rohstoffe dem Wertstoffkreislauf noch lange erhalten bleiben. Wo selbst Vorreiter der Branche ihre Etiketten vom Ausgießer noch aufwendig trennen müssen, wird dein Layout bei uns immer direkt auf die Oberfläche gedruckt. Als Monostruktur kann die Verpackung sortenrein von Papier & Co. recycelt werden.

Mit anderen Worten: Ob Quetschie oder dicke Refill-Verpackung: die Lösung für Flüssiges, ein Standbodenbeutel mit Ausgießer „made for recycling“ besitzt Potenzial, gerade in der Abfallwirtschaft. Und wir bleiben dran...

Fazit

„Reduce, reuse, recycle“ ist eine klangvolle Alliteration, aber mit Bedacht zu benutzen – und korrekt auszufüllen. Das macht uns alle am Ende des Tages nur aufrichtiger.

Wir von Packiro bieten aus diesem Grund möglichst nachhaltige Verpackungen an … möglichst. Wir reden nie von „100 Prozent“. Ein Beispiel: Die Verpackungen zu euch zu beamen, ist auf Weiteres nur Scottie vorbehalten... Aber das „möglichst“ ist unser Ansporn, nah an die 100 Prozent zu kommen. Im Ganzen bildet eine Liquid-Verpackungslösung so viel Bescheidenheit darf sein, wohl aktuell die Speerspitze in Sachen „nachhaltiger Flüssigkeitsbehälter“ Deswegen arbeiten wir daran: made to reduce, ideal to refill, ready to recycle! und schon bald darfst du das Gütesiegel „made for recycling“ auf deine Packiro-Quetschbeutel aufdrucken. Klingt doch ausgezeichnet?!

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