So erhöhen wir die Recyclingquoten von Kunststoffverpackungen

Kein anderes Material hält Produkte so lange frisch und wehrt äußere Einflüsse so heldenhaft ab wie Kunststoff. Dennoch müssen wir nachhaltige Entsorgungswege und viele Nutzungen der Rohstoffe möglich machen. Die gesetzliche Recyclingquote soll bis zum Jahr 2022 auf 63 Prozent steigen. Wie helfen wir bei Packiro dabei, dieses Ziel zu erreichen?

7 Minuten Lesezeit

Entsorgung von Kunststoff neu denken

Für wie viel Müll sorgt jeder von uns eigentlich durchschnittlich? So viel, dass man laut Daten aus 2018 in zwei Jahren etwa das eigene Körpergewicht in Plastikverpackungen verbraucht. 

Die Gründe für den hohen Kunststoffverbrauch sind vielfältig: Geringes Gewicht, Stabilität und universelle Einsatzmöglichkeiten sind einige davon. Gleichzeitig sehen wir täglich bedrückende Bilder von vermüllten Meeren und vollen Müllverbrennungsanlagen. Keine Frage: Die bisherige Dauerschleife “produzieren, verbrauchen, verbrennen” muss aufhören.

Recyclingquote erhöhen durch eine geschlossene Kreislaufwirtschaft


Um unsere Umwelt und ihre endlichen Ressourcen zu schonen, ist es wichtig, so viele Verpackungen wie möglich zu recyceln. Weltweit liegt die Quote gerade einmal bei 14 Prozent, die tatsächliche Recyclingquote von Kunststoffverpackungen in Deutschland liegt bei ca. 55 Prozent. Doch für uns ist das noch lange nicht genug!

Recycling: Wichtig für Umwelt- und Klimaschutz

Neben vielen Stellschrauben in den Bereichen Mobilität, Energie und Co. gilt das Recycling von Verpackungsmaterialien als einer der wichtigsten Ansätze, um Ressourcen zu sparen und CO2-Emissionen durch Müllverbrennung zu reduzieren:

  • Energie und Rohstoffe einsparen: Wiederverwenden verbraucht nicht nur weniger Rohstoffe, sondern auch weniger Energie, als neu herstellen.
  • Treibhausgase reduzieren: Durch Recycling werden weniger fossile Brennstoffe benötigt, sodass weniger umweltschädliche Treibhausgase ausgestoßen werden.
  • Je mehr Müll recycelt wird, desto weniger landet am Ende in Müllverbrennungsanlagen, der Natur oder in fremden Ländern.

Warum wird so viel Kunststoff bisher nicht recycelt?

Komplexe, mehrschichtige Materialien

Flexible Verpackungen können aus bis zu zehn verschiedenen Kunststoff-Folien bestehen. Das Ergebnis sind gut schützende, technische Produkte - keine Frage. Für ein Recycling sind diese aber vollkommen unbrauchbar, da die Schichten weder miteinander verschmelzen noch voneinander getrennt werden können.

Die Lösung: Wenn Verpackungen ausschließlich aus einer Materialart bestehen, ist Recycling kein Problem. Und genau das ist das Prinzip hinter unseren Kunststoff-Verpackungen– so ermöglichen wir es unseren Helden, ein weiteres Leben anzutreten.

Darüber hinaus arbeiten wir sehr eng mit Interseroh+, einem der führenden Umwelt- und Recyclingexperten, zusammen. Interseroh prüft die Recyclingfähigkeit unabhängig und wissenschaftlich. Erreicht eine Verpackung mehr als 18 von 20 möglichen Punkten, darf sie das "Made for Recycling"-Siegel tragen – so, wie unsere Heroes Toni und Martha.

Der Unterschied zwischen Mono-Materialien und Multi-Materialien

Unklare Hinweise zur richtigen Mülltrennung

Etwa die Hälfte des Mülls, der im gelben Sack oder in der gelben Tonne landet, hat dort nichts zu suchen. Das erschwert ein Recycling und führt dazu, dass viele Verpackungen verbrannt werden. Oft fehlt es nicht nur an Hinweisen, in welchen Müll eine Verpackung gehört, es gibt auch Fallstricke: Joghurtbecher beispielsweise können für die Stabilität aus dünnem, weißem Kunststoff und dazu noch mit Papier bedruckt sein. Dieser Teil müsste dann gesondert im Papiermüll entsorgt werden. Hier wollen wir euch und euren Kunden das Leben leicht machen: Deshalb verweisen wir schon bei unseren Muster-Heroes mit dem offiziellen Recyclingzeichen darauf, dass unsere Kunststoff-Verpackung recycelbar ist und wie sie entsorgt werden soll.

Und noch ein Tipp: Neun Duale Systeme, darunter unser Partner Interseroh+, stellen eindeutige Hinweise zur Entsorgung kostenlos zur Verfügung, wenn ihr euch bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) registriert und die Systembeteiligung leistet. Diese Hinweise könnt ihr auf euren Verpackungen ebenfalls aufbringen und damit die richtige Entsorgung erleichtern. So müssen sich eure Kunden nicht fragen, in welchen Müll die Verpackungen gehören und wir können gemeinsam noch mehr zur Wiederverwertung beitragen!

Die Frage nach der Nachfrage

Und last, but not least: Ja, natürlich sind die Recyclingquoten auch abhängig von Faktoren wie der Marktnachfrage und den politischen Rahmenbedingungen. Kunststoff wird auf Basis von Erdöl gewonnen und dessen Preis schwankt beispielsweise sehr stark. Wenn Neuplastik aber teilweise deutlich günstiger ist als ein Rezyklat, fällt oft die weniger nachhaltige Entscheidung. In Zukunft brauchen wir daher nicht nur mehr finanzielle Anreize zur Wiederverwendung von Kunststoff, sondern auch die bewusste Entscheidung für mehr Nachhaltigkeit. Je mehr die Nachfrage nach recycelbarem Kunststoff steigt, desto mehr lohnt es sich für noch mehr Unternehmen.